El Niño in Karamoja

Es ist kalt, es regnet ständig und alles ist grau. Klingt eher nach London als nach Moroto in Karamoja. Einer Region in Uganda, die regelmäßig als Halbwüste beschrieben wird. Der Grund, warum sich das Wetter so verändert hat ist ‘El Niño’ – ein Wetterphänomen, dass etwa alle 2-7 Jahre auftritt und durch den Klimawandel verstärkt wird. In einigen Regionen führt das zu großer Dürre, in anderen zu Überschwemmungen.

Karamoja scheint dieses Mal Glück zu haben – zu mindest größtenteils. Hier und da gibt es kleinere Überschwemmungen, aber bisher hat es sich in Grenzen gehalten. Insgesamt kann ‘El Niño’ für die Menschen vor Ort sogar hilfreich sein.

Denn, durch den Klimawandel haben sich die Regenzeiten verschoben. Als ich im August nach Deutschland geflogen bin, hatte es in diesem Jahr bisher kaum geregnet. Eine Katastrophe für die Landwirtschaft vor Ort, speziell für Kleinbauern. Bereits Ende 2014 war klar, dass Nahrungsmittel ab Anfang 2015 knapp werden. Man hatte gehofft, dass die kleine Regenzeit im März/April das wieder auffangen würde. – Doch der Regen blieb aus.

Nun hoffen hier alle, dass die Menschen in Karamoja die Chance die ihnen der ‘El Niño’-Regen bietet, nutzen und zumindest solche Dinge anpflanzen, die in kurzer Zeit wachsen und reif werden. Es gibt einige Getreidearten die schnell wachsen und auch gerade die lokalen Nahrungsmittelpflanzen bringen schnell Erträge. Die Regenfälle sollen angeblich noch bis Februar anhalten und ich hoffe, dass das die Nahrungsmittelsituation vor Ort entschärft.

Übrigens, die traditionelle Lebenshaltungsform des Pastoralismus hat sich mal wieder bewiesen. Die Tiere hier sind an das Wetter angepasst und kommen mit sehr sehr wenig Wasser aus. Viele Familien die Tiere haben, kommen dementsprechend besser durch Dürreperioden – sie haben nicht nur die Möglichkeit die Milch und das Fleisch ihrer Tiere zu nutzen, sie können natürlich auch Nachzuchten oder Alttiere verkaufen um sich auf dem Markt Mais und Bohnen zu besorgen.

Leider sehen viele hier in Uganda Pastoralismus als nicht-entwickelt an – meiner Meinung nach ist Pastoralismus höchstangepasst an die ländliche Umgebung und die Möglichkeiten, die diese bietet. Den Versuch, pastoralistische Gesellschaften vollständig auf Landwirtschaft umzustellen, sehe ich sehr kritisch. Insgesamt scheint eine Kombination aus Pastoralismus und Landwirtschaft die beste Strategie zu sein um die Nahrungsmittelsicherheit in Karamoja zu erhöhen.

… Jetzt müssen wir nur noch den Klimawandel in den Griff bekommen und alles wird gut.

Advertisements

Zurück in Moroto

Es ist schon komisch – da bin ich doch glatt (seit mehr als einem Monat 😉 ) zurück. Mein weltwärts-Dienst liegt hinter mir und nach einer zwei monatigen ‘Pause’ bin ich wieder in Moroto. Diesmal arbeite ich direkt mit der Welthungerhilfe zusammen. Ich erarbeite eine WASH-Kampange (WASH= water, sanitation and hygiene) mit Fokus auf Latrinen-Nutzung.

Vieles hat sich in meiner Abwesenheit verändert, ein ganzes Stück Strasse ist plötzlich da, es gibt einen Supermarkt in dem man Shampoo kaufen kann (Shampoo!!!) und es gibt jetzt durchgehend Paprika und Möhren auf dem Markt – auch super!

Anderes ist gleichgeblieben – meine neue Wohnung ist nur ein paar Zimmer von meiner alten entfernt, meine Freunde haben sich auch kaum verändert…

Und trotzdem… Zurückzukehren ist eine emotionale Sache, besonders wenn es wieder nur ewas Temporäres ist. Seit Beginn 2013 bin ich ziemlich oft umgezogen. Von meinem Studienort nach Haus (1), von dort zu Familienmitgliedern (2), dann wieder nach Hause (3), Umzug nach Uganda (4), Umzug innerhalb Ugandas (5), weiterer Umzug innerhalb Ugandas (6), Umzug nach Deutschland in ein neues Zuhause (7), zurück nach Uganda in eine temporäre Unterkunft (8) und dann Umzug innerhalb Ugandas in Unterkunft für sechs Monate (9). Im April geht es dann wieder in eine neues Zuhause in Deutschland und von dort wird dann wieder umgezogen, wohin – mal schauen. So langsam wird es ein bisschen viel. Immer wieder rausgerissen und in etwas Neues hineingeworfen zu werden ist auf die Dauer anstrengend. Eine Konstante wäre zur Abwechslung auch mal schön… Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich noch nicht fertig bin. Noch nicht fertig mit den kurzfristigen Auslandsaufenthalten, noch nicht fertig mit dem intensiven Lernprozess den ich seit Ende 2012 durchlaufe. Irgendetwas wartet noch auf mich und ich bin gespannt was das ist.

 

Karamoja und die Bäume

(English version below)

Bäume sind in vielerlei Hinsicht das Ding in Karamoja. Baum als TreffpunktSie dienen als Treffpunkt, Gerichtssaal, Versammlungs- und Raststätte, als Laden, Bar, Restaurant, Reparaturwerkstatt, Turngerät für Kinder und noch vieles mehr. Ein großer Baum ist „the place to be“. Ein bisschen wie diese große Unternehmenskette, die in verschiedenen Ländern Kaffee zum Mitnehmen oder auch nicht verkauft. Nur halt ohne Kaffee – dafür mit Alkohol, den kann man auch mitnehmen oder nicht, aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu den Bäumen.

Bäume und Mythen

Hier in Karamoja glauben viele Menschen, dass in großen Bäumen, speziell in der Nähe zu Flüssen und in Gegenden mit Bergen, sowie in dichten Wäldern „Spirits“ (Geister) leben. Ihnen wird nachgesagt, dass sie das Leben der Menschen um sie herum stark beeinflussen können. Dabei gibt es nicht nur gute, sondern auch böse „Spirits“. Zu ihnen wird gebetet und es können Opfergaben zu Bäumen gebracht werden, die angeblich einen solchen „Spirit“ innehaben um ihn zu erfreuen oder zu besänftigen.

Das Geschäft mit den Bäumen

Abholzung1Abholzung von Bäumen ist ein großes Problem in dieser Region. Sie werden hauptsächlich gefällt um Holzkohle herzustellen. Dabei wird meist eine Grube gegraben, der gefällte Baum darin aufgeschichtet, angezündet und dann wird das ganze abgedeckt. Nach einer gewissen Zeit öffnet man die Grube wieder und hat darin Holzkohle. Diese wird dann in Säcken verpackt an den Straßenrand gestellt und verkauft. Hier kostet ein Sack je nach Größe zwischen 4.000-15.000 ugandische Schilling (etwa 1-5 Euro). Der gleiche Sack Holzkohle kostet in Kampala 70.000-100.000 ugandische Schilling (10-24 Euro) – ein riesiges Geschäft… Kochen offenes Feuer

Besonders, da viele Menschen in Uganda entweder Holzkohle oder Feuerholz zum Kochen nutzen. Wer es sich leisten kann benutzt Gas oder eine Kombination aus Gas und Elektrik, da man sich nicht immer auf den Strom verlassen kann.

 

Entwicklungszusammenarbeit und Bäume

In der Entwicklungszusammenarbeit gibt es viele Ansätze, um Abholzung zu verringern, entgegenzuwirken oder Aufforstung zu betreiben. Es gibt beispielsweise verschiedene Bauweisen von effizienteren Feuerstellen, die im Gegensatz zum regulären Drei-Stein-Feuer oder Holzkohleöfen, weniger Brennmaterial benötigen. Trotzdem brennen sie meist länger und produzieren mehr Energie. Eine weitere Maßnahme ist das Anpflanzen von Baumsetzlingen, unter anderem in so genannten „wood lots“. Hier wird bei der WHH darauf geachtet, dass hauptsächlich lokale Pflanzen mit mehrfachem Nutzen (Nahrung für Mensch und Tier, Medizin etc.) verwendet werden. Natürlich wird auch viel Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Bäume betrieben. In Theaterstücken von lokalen Gruppen, Farmer Field Schools und Workshops zum Thema Umweltbewusstsein und –verhalten. Natürlich liegt es auch an jedem Land selbst und damit an der Regierung eines Landes, Regelungen zu finden, wie Abholzung von Wäldern und Baumbeständen minimiert werden kann um die Umwelt zu schonen. Sicherlich muss dabei bedacht werden, dass viele Menschen, gerade in Karamoja, allein durch das Brennen von Holzkohle und dem Verkauf von Feuerholz über die Runden kommen. Also müssen Einkommensalternativen geschaffen werden, die ebenso lukrativ sind. Meiner Meinung nach, eine schwere Aufgabe.


Hast du gerade was gelernt? Vielleicht kannst du ja mit einer kleinen Spende die WHH und das weltwaerts Programm unterstuetzen, damit mehr junge Erwachsene ein Jahr als Freiwillige/Lernende im Ausland verbringen koennen. Danke fuer die Unterstuetzung!


Karamoja and its trees

Trees are in many ways THE thing in Karamoja. They serve as meeting spot, court room, gathering place, as shops, bars, restaurants, repair stations, climbing toys for children and much more. A big tree is the place to be. A little like this big coffee chain which you can find in multiple countries and where zou can get coffee to go or stay. Just instead of coffee you can buy alcohol – to go or not, but that’s a different topic and will be dealt with in a different blogpost – back to the trees.

Myths around trees

Here in Karamoja, a lot of people belive, that big trees, especially those close to rivers and mountains, and thick forests inhabit spirits. It is said that they can strongly influence the life of the people around them. There are not only good spirits, but also bad spirits. They are worshipped and offerings can be brought to trees that are said to inhabit a spirit to make it happy or console it.

The business with trees

Deforestation is a big Problem in this region. Trees are mainly cut to produce charcoal. For obtain charcoal, a hole is dug, the tree put inside, lit on fire and the hole covered. After a certain time, the cover is removed and the produced charcoal can be taken out. Now it’s packed into big bags which you can find on the side of the road where it is sold. Here, one of those bags costs between 4.000-15.000 Ugandan Schillings. That same sack will make 70.000-100.000 Ugandan Schillings in Kampala – a huge business. Especially, since a lot of people in Uganda use charcoal or firewood to cook with. Who can afford it, uses gas or a combination out of gas and electricity, since the power is not a 100% reliable.

Development Cooperation and trees

Within Development Cooperation, there are various approaches to minimize deforestation and enable reforestation. For instance, there are multiple ways of building more efficient fire places which in comparison to the usual Three-Stone-Fire or charcoal ovens use less burning material. They burn longer and produce more energy. Another approach is to plant new tree seedlings, for example in so called wood lots. The WHH tries to mainly plant local plants which habe more than one use (food for humans and animals, medicine etc.). Moreover, sensitizing the population about the importance of trees is also incorporated. For instance, this is done by plays from local theater groups, Farmer Field Schools and within workshops targeting ecological awareness and behavior. Of course, every country and with that the government of that country has to agree on regulations to regulate deforestation to protect the environment. Surely it has the be taken into account that a lot of people, especially here in Karamoja, have based their livelihoods solely on charcoal burning and selling of firewood. So income alternatives have to be generated which are just as lucrative. In my opinion, a very tough task.

 

 

Bäume – wer braucht die schon?

(English version below)

Die Teile stehen doch nur um Weg rum, hindern uns daran zu bauen und Essen anzupflanzen, also weg damit, keiner braucht die – oder doch?

Abholzung ist ein wichtiges Thema innerhalb der ländlichen Entwicklung. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem natürliche Wälder oder Baumbestände gefällt oder durch Brandrohdung entfernt werden um entweder das Holz zu nutzen oder die Fläche einem neuen Nutzen zuzuführen.

Einer der Hauptgründe für Abholzung sind landwirtschaftliche Interessen – beispielsweise das komplette freischneiden großer Flächen um Nahrungsmittel anzubauen oder Nutztiere zu halten. Auch Überweidung ist ein großer Faktor, da Baumsetzlinge dadurch zerstört werden. Weitere Gründe sind die Papierproduktion, nicht nachhaltige Produktion von Bauholz und urbane Entwicklung. Aber auch natürlich Faktoren, wie Waldbrände und Schäden durch den Klimawandel, spielen eine Rolle wenn es um den Verlust von Bäumen und Waldflächen geht.

Aus der Abholzung resultieren viele negative Effekte. Etwa 70% aller Landtiere und Pflanzenarten auf der Erde sind in Wäldern zu Hause, wenn diese nicht mehr existieren, verschwinden auch die Tiere und Pflanzen. Außerdem sind Bäume eine wichtiger Teil des Wasserkreislaufs. Sie halten Feuchtigkeit in der Erde und geben vaporisiertes Wasser zurück in die Atmosphäre. Abholzung kann aus einer vorher sehr produktiven Fläche schnell eine Wüste machen. Ihre Wurzeln dienen als Erosionsschutz und die Blätter nehmen Carbon Dioxid auf. Je weniger Bäume, umso mehr Carbon Dioxid kann nicht absorbiert werden, dies begünstigt den Klimawandel und die globale Erwärmung. Oh und natürlich wird weniger Sauerstoff produziert – eine Kleinigkeit, die wir alle zum Überleben brauchen.

Nun stellt sich die Frage, was kann man tun? Die einfachste Lösung wäre einfach keine Bäume mehr zu fällen, aber wie es meist so ist, ist die einfachste Lösung häufig die schwierigste. Einer der am häufigsten angewendeten Lösungswege um den aus der Abholzung entstehenden Problemen entgegenzuwirken ist durch nachhaltige Forstwirtschaft das Ressourcenmanagement zu verbessern. Dies beinhaltet unter anderem das Pflanzen von Baumsetzlingen um die Abholzung auszugleichen.  Allerdings muss auch an den Gesetzen im Bereich Abholzung gearbeitet werden, unter anderem an den Handelsgesetzen um die illegale Abholzung von Bäumen und Wäldern zu verhindern und Waldflächen zu schützen.

Quellen:

http://environment.nationalgeographic.com/environment/global-warming/deforestation-overview

https://www.worldwildlife.org/threats/deforestation

 


Etwas gelernt? Vielleicht kannst du ja die WHH und das weltwärts Programm mit einer kleinen Spende unterstützen, damit weiterhin junge Erwachsene ein Jahr als Freiwillige/Lernende ins Ausland können.


 

Trees – who needs those things?

Those things are just in the way, since we need space to build and plant food, so let’s get rid of them, nobody needs trees – or do we?

Deforestation is an important topic within rural development. Deforestation is a process in which natural forests and tree populations are cut down or burned to use the resulting timber or to put the resulting space to a different use.

One of the major reasons for deforestation are agricultural needs – for instance, big spaces are cut clear to produce food and keep cattle. Moreover, overgrazing is influencing deforestations, since tree seedlings get destroyed by grazing animals. Paper production, non-sustainable production of timber and urban development are other reasons for deforestation. Natural factors, like fires and destruction through climate change also play a role in the decreasing amount of trees and forests.

Many negative effects result from Deforestation. Around 70% of all animals and plants that live and grow on the earth are inhabitants of forests. When those cease to exist, the animals will vanish too. Furthermore, trees play an important role in the water circle. They keep humidity in the ground and give back vaporized water into the atmosphere. Deforestation can transform a very fertile area in to a desert in no time. Their roots minimize erosion and leafs absorb carbon dioxide. The lesser the amount of trees, the more carbon dioxide is not absorbed, which benefits the climate change and global warming. Oh and of course, less oxygen is produced – a little something we all need for our survival.

So that leads to the question – what can we do? The easiest solution would be to stop cutting down trees altogether, but most of the time, the easiest solution is the most difficult. One of the most used ways of working against the problems that result out of deforestation is to improve resource management through sustainable forestry. This for instance includes the planting of new trees to balance deforestation. However, the laws concerning deforestation have to be worked on as well, to stop illegal deforestation and protect forests.

Sources

http://environment.nationalgeographic.com/environment/global-warming/deforestation-overview

https://www.worldwildlife.org/threats/deforestation

Manyatta? Was ist das denn?

Eine Manyatta ist vergleichbar mit einem Wohngebiet, aber irgendwie auch wieder nicht. Hier erst mal ein Bild, wie eine Manyatta normalerweise aufgebaut ist oder aufgebaut sein sollte:

Manyatta[1]

Zur Sicherheit gibt es zwei Zaeune, einen inneren und einen aeusseren, der meist dicker ist als der innere. Sicherheit wird gross geschrieben, da es hier vor einigen Jahren noch Krieg und Ueberfaelle zwischen verschiedenen Staemmen gab. Dabei ging und geht es auch heute noch um das Vieh. Dies ist das wertvollste Gut, das ein Pastoralist besitz und somit wird es am sichersten Ort in der Manyatta untergebracht – in der Mitte. Sogenannte kraals (lokaler Viehstall) gibt es auch mitten im Nichts ohne eine Manyatta drumherum und nur mit Huetten fuer die Hirten – dort wird der groesste Teil des Viehs untergebracht, mehrere Tausend kann man dort finden. In den Manyattas steht nur ein kleiner Teil des Viehbestandes – vielleicht mehrere hundert Tiere oder weniger. Sollte die Manyatta ueberfallen werden und einer der Ausgaenge ist blockiert, kann das Vieh ueber den zweiten Ein-/Ausgang in Sicherheit gebracht werden.

DSC04544

Aus Sicherheitsgruenden sind die Eingaenge zu den Grundstuecken (Compounds) innerhalb der Manyatta winzig. Man muss sich buecken oder kriechen um hinein zu gelangen und macht sich dabei natuerlich sehr verletzlich, was es den Bewohnern erleichtert, einen am Eindringen zu hinder. Der Eingang im Bild ist an sich noch relativ gross; es gab schon einige, bei denen ich ernsthaft gezweifelt habe, ob ich ueberhaupt durchpassen wuerde. Durch einen musste ich fast seitlich liegend robben um ins Innere zu gelangen.

DSC04545
Die Frauen sind fuer das Bauen der Haueser zustaendig.

Die Haeuser sind semi-permanent, sie sind nicht dazu gemacht um ewig zu halten (Warum, kannst du hier nachlesen…). Sie bestehen aus Stoeckern, die verbunden und mit einem Gemisch aus Sand/Lehm, Wasser und Dung verputzt werden. Die Daecher werden aus Stoeckern geformt, die mit Grasbuendeln bedeckt werden. Durch die Materialien und die Konstruktionsweise bleibt es in den Huetten relativ kuehl und das Dach schluckt das Regengeraeusch der heftigen Regenfaelle waehrend der Regenzeit.

Wasser bekommen die Bewohner der Manyatta von Bohrbrunnen, die sich so gut wie immer ausserhalb der Manyatta befinden. Wenn es keinen Bohrbrunnen gibt, wird meist der naechste Flussaufgesucht um Wasser in 20 Liter Kanistern nach Hause zu bringen. Je nach Entfernung der Wasserstelle kann dies mehrere Stunden in Anspruch nehmen. An sich holen nur Frauen und Kinder Wasser. Sie sind ebenfalls fuer die Kuechengaerten zustaendig.

Kinder schlafen ab einem gewissen Alter nicht mehr bei den Eltern – die Rundhuetten bestehen nur aus einem Zimmer. Somit bekommen die Kinder meist ihre eigene kleine Huette. Viele sind eh ab einem sehr jungen Alter eh hauptsaechlich auf sich alleingestellt, da die Muetter meist den ganzen Tag mit Wasser holen, Feuerholz beschaffung, waschen, kochen und was sonst noch beschaeftigt sind. All diese Dinge kosten unglaublich viel Zeit und lassen wenig fuer die Kinder. Viele Frauen sind auch einfach noch sehr jung und masslos mit der ganzen Arbeit und den Kindern ueberfordert. Sie erfahren kaum Unterstuetzung und werden oft mit allem allein gelassen.

Das „big girl“ lebt ebenfalls in einer eignen Huette, sie ist verheiratet hat Kinder oder nicht, aber der Ehemann hat noch keine Aussteuer bezahlt. Diese besteht aus Tieren, Geld und Lebensmitteln, wie Zucker und soll eine Aufwandsentschaedigung fuer die Arbeitskraft der Tochter sein, die der Familie durch die Ehe und das daraus resultierende Wegziehen von der Famile verloren geht.

DSC04497
Schlafender Karimajong unter einem Baum.

Einige Compounds haben Huehnerstelle und Lagerplaetze fuer Ernte, beziehungsweise Saatgut. Baeume und Schattenplaetze sind beliebte Treffpunkte und dienen am Tag auch als Schlafplaetze fuer Maenner. Einige der Baeume koennen in sehr trockenen Zeiten auch als Futterlieferant fuer Ziegen dienen, die die Blaetter und Rinde fressen.

Natuerlich hat nicht jede Manyatta Latrinen – oeffentliches Defaekieren ist in dieser Region noch etwas alltaegliches. Viele Manyattas brauchen Unterstuetzung beim Bau solcher sanitaeren Einrichtungen, da allein der Sockel, der aus Zement und einem Loch besteht, bereits etwa 10 Euro kostet. Viele Bewohner in den Manyattas leben allein von dem, was sie anbauen. Andere koennen sich etwas dazu verdienen, indem sie Fahrraeder reparieren, Schuhe herstellen oder Kleinigkeiten verkaufen. Da sind 10 Euro einfach zu viel.

Zum Abschluss dieses posts wie immer der Hinweis, dass das weltwaert-Programm auf Spenden basiert – wie du Spenden kannst erfaehrst du hier… Und noch ein Blick aus der Ferne…

DSC04525
Ein bisschen versteckt – zwei Manyattas nebeneinander.