Karamoja und die Bäume

(English version below)

Bäume sind in vielerlei Hinsicht das Ding in Karamoja. Baum als TreffpunktSie dienen als Treffpunkt, Gerichtssaal, Versammlungs- und Raststätte, als Laden, Bar, Restaurant, Reparaturwerkstatt, Turngerät für Kinder und noch vieles mehr. Ein großer Baum ist „the place to be“. Ein bisschen wie diese große Unternehmenskette, die in verschiedenen Ländern Kaffee zum Mitnehmen oder auch nicht verkauft. Nur halt ohne Kaffee – dafür mit Alkohol, den kann man auch mitnehmen oder nicht, aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu den Bäumen.

Bäume und Mythen

Hier in Karamoja glauben viele Menschen, dass in großen Bäumen, speziell in der Nähe zu Flüssen und in Gegenden mit Bergen, sowie in dichten Wäldern „Spirits“ (Geister) leben. Ihnen wird nachgesagt, dass sie das Leben der Menschen um sie herum stark beeinflussen können. Dabei gibt es nicht nur gute, sondern auch böse „Spirits“. Zu ihnen wird gebetet und es können Opfergaben zu Bäumen gebracht werden, die angeblich einen solchen „Spirit“ innehaben um ihn zu erfreuen oder zu besänftigen.

Das Geschäft mit den Bäumen

Abholzung1Abholzung von Bäumen ist ein großes Problem in dieser Region. Sie werden hauptsächlich gefällt um Holzkohle herzustellen. Dabei wird meist eine Grube gegraben, der gefällte Baum darin aufgeschichtet, angezündet und dann wird das ganze abgedeckt. Nach einer gewissen Zeit öffnet man die Grube wieder und hat darin Holzkohle. Diese wird dann in Säcken verpackt an den Straßenrand gestellt und verkauft. Hier kostet ein Sack je nach Größe zwischen 4.000-15.000 ugandische Schilling (etwa 1-5 Euro). Der gleiche Sack Holzkohle kostet in Kampala 70.000-100.000 ugandische Schilling (10-24 Euro) – ein riesiges Geschäft… Kochen offenes Feuer

Besonders, da viele Menschen in Uganda entweder Holzkohle oder Feuerholz zum Kochen nutzen. Wer es sich leisten kann benutzt Gas oder eine Kombination aus Gas und Elektrik, da man sich nicht immer auf den Strom verlassen kann.

 

Entwicklungszusammenarbeit und Bäume

In der Entwicklungszusammenarbeit gibt es viele Ansätze, um Abholzung zu verringern, entgegenzuwirken oder Aufforstung zu betreiben. Es gibt beispielsweise verschiedene Bauweisen von effizienteren Feuerstellen, die im Gegensatz zum regulären Drei-Stein-Feuer oder Holzkohleöfen, weniger Brennmaterial benötigen. Trotzdem brennen sie meist länger und produzieren mehr Energie. Eine weitere Maßnahme ist das Anpflanzen von Baumsetzlingen, unter anderem in so genannten „wood lots“. Hier wird bei der WHH darauf geachtet, dass hauptsächlich lokale Pflanzen mit mehrfachem Nutzen (Nahrung für Mensch und Tier, Medizin etc.) verwendet werden. Natürlich wird auch viel Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Bäume betrieben. In Theaterstücken von lokalen Gruppen, Farmer Field Schools und Workshops zum Thema Umweltbewusstsein und –verhalten. Natürlich liegt es auch an jedem Land selbst und damit an der Regierung eines Landes, Regelungen zu finden, wie Abholzung von Wäldern und Baumbeständen minimiert werden kann um die Umwelt zu schonen. Sicherlich muss dabei bedacht werden, dass viele Menschen, gerade in Karamoja, allein durch das Brennen von Holzkohle und dem Verkauf von Feuerholz über die Runden kommen. Also müssen Einkommensalternativen geschaffen werden, die ebenso lukrativ sind. Meiner Meinung nach, eine schwere Aufgabe.


Hast du gerade was gelernt? Vielleicht kannst du ja mit einer kleinen Spende die WHH und das weltwaerts Programm unterstuetzen, damit mehr junge Erwachsene ein Jahr als Freiwillige/Lernende im Ausland verbringen koennen. Danke fuer die Unterstuetzung!


Karamoja and its trees

Trees are in many ways THE thing in Karamoja. They serve as meeting spot, court room, gathering place, as shops, bars, restaurants, repair stations, climbing toys for children and much more. A big tree is the place to be. A little like this big coffee chain which you can find in multiple countries and where zou can get coffee to go or stay. Just instead of coffee you can buy alcohol – to go or not, but that’s a different topic and will be dealt with in a different blogpost – back to the trees.

Myths around trees

Here in Karamoja, a lot of people belive, that big trees, especially those close to rivers and mountains, and thick forests inhabit spirits. It is said that they can strongly influence the life of the people around them. There are not only good spirits, but also bad spirits. They are worshipped and offerings can be brought to trees that are said to inhabit a spirit to make it happy or console it.

The business with trees

Deforestation is a big Problem in this region. Trees are mainly cut to produce charcoal. For obtain charcoal, a hole is dug, the tree put inside, lit on fire and the hole covered. After a certain time, the cover is removed and the produced charcoal can be taken out. Now it’s packed into big bags which you can find on the side of the road where it is sold. Here, one of those bags costs between 4.000-15.000 Ugandan Schillings. That same sack will make 70.000-100.000 Ugandan Schillings in Kampala – a huge business. Especially, since a lot of people in Uganda use charcoal or firewood to cook with. Who can afford it, uses gas or a combination out of gas and electricity, since the power is not a 100% reliable.

Development Cooperation and trees

Within Development Cooperation, there are various approaches to minimize deforestation and enable reforestation. For instance, there are multiple ways of building more efficient fire places which in comparison to the usual Three-Stone-Fire or charcoal ovens use less burning material. They burn longer and produce more energy. Another approach is to plant new tree seedlings, for example in so called wood lots. The WHH tries to mainly plant local plants which habe more than one use (food for humans and animals, medicine etc.). Moreover, sensitizing the population about the importance of trees is also incorporated. For instance, this is done by plays from local theater groups, Farmer Field Schools and within workshops targeting ecological awareness and behavior. Of course, every country and with that the government of that country has to agree on regulations to regulate deforestation to protect the environment. Surely it has the be taken into account that a lot of people, especially here in Karamoja, have based their livelihoods solely on charcoal burning and selling of firewood. So income alternatives have to be generated which are just as lucrative. In my opinion, a very tough task.

 

 

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